Historische Tischlerei

Auf dem heutigen Museumshof war von 1876 bis in die 1980er Jahre ein selbstständiger Tischlereibetrieb ansässig. Vier Generationen fertigten im Familienbetrieb vor allem Fenster, Möbel, Türen, Treppen und Särge.
Die Kundschaft befand sich überwiegend vor Ort in Münchehofe. Die Zeit von der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des 2. Weltkrieges ist in unserer Gegend durch eine stetige Verbesserung der Lebensverhältnisse geprägt. Damit verbunden waren eine rege Bautätigkeit im Ort und die Nachfrage nach Handwerkerleistungen.

Die erste Werkstatt wurde wurde auf dem Hof im Jahre 1876 errichtet. Um 1960 wurde dieses Gebäude aufgrund von Baufälligkeit aufgegeben und der Betrieb zog in die Stallscheune des Hofes. Diese wurde entsprechend umgebaut d.h. es wurden einige Stalltüren zugemauert, große Fenster eingebaut und einige weitere Änderungen vorgenommen. Die Stallscheune wird seit 2021 saniert und voraussichtlich Sommer 2025 zum 200. Geburtstag des Hofes als Oldtimer- und Blumen Werkstatt eingeweiht.

Der Abriss der ersten Tischlerei erfolgte um 1980.

Geschichte der Tischlerei

  • Ca. 1875: Einheirat des Tischlermeisters Friedrich Wilhelm Ziegler
  • 1876: Bauantrag zur Errichtung eines Werkstattgebäudes auf dem Hof
  • Ca. 1900: Einheirat des Tischlermeisters Robert Klee
  • 1923: Elektrifizierung von Münchehofe. Für die Tischlerei ergeben sich damit neue Möglichkeiten durch die Nutzung motorbetriebener Maschinen
  • 1924: Der Sohn Erich Klee legt seine Gesellenprüfung vor der Innung in Wendisch Buchholz ab. Der Gesellenbrief ist bis heute erhalten und ausgestellt.
  • Ca. 1927: Anschaffung der noch heute erhaltenen kombinierten Maschine. Diese wird über einen Riemenantrieb mit Elektromotor betrieben. Funktionen: Abrichte, Fräse, Kreissäge, Langlochbohrmaschine
  • Um 1955: Betriebsübergang von Meister Robert Klee auf Erich Klee
  • Um 1960: Aufgrund von Baufälligkeit der Werkstatt wird der Betrieb in den ehemaligen Stall verlegt.
  • 1963: Tischlermeister Günter Klee übernimmt den Betrieb
  • 1967: Löschung der Handwerksrolle. Erich Klee führt den Betrieb noch bis in die 1980er im Nebenerwerb weiter.
  • 1980: Abbruch der baufälligen ehemaligen Werkstatt
  • 1990: Der Betrieb erlischt endgültig. Ein Teil der Einrichtung wird verkauft: z.B. Dickenhobel und Hobelbank
  • 2009: Verkauf des Grundstücks, Bergung und Sicherung der erhaltenen Werkstatteinrichtung
  • Seit 2017: Aufarbeitung und Ausstellung
  • Seit 2021: Bauliche Sanierung des alten Tischlereigebäudes / Stallscheune